Ein Containerkauf wirkt einfach: Größe auswählen, Preise vergleichen, bezahlen. In der Praxis entstehen „teure Fehler“ dann, wenn der Zustand des Containers nicht zur Aufgabe passt oder wenn kritische Prüfungen übersehen werden: CSC-Plakette, Zustandsklasse (IICL / Cargo Worthy / As-Is), Geometrie/Markierungen, Boden, Türen, Korrosion sowie Logistik/Anlieferung.
Unten finden Sie die häufigsten Verlust-Szenarien und konkrete Schritte, um Risiken zu minimieren.
1) Sie brauchen einen Container für den Transport – kaufen aber einen, der nur fürs Lagern geeignet ist (oder umgekehrt)
Das ist der häufigste „Geldverlust“: Ein Container kann für stationäre Lagerung völlig in Ordnung sein, ist aber für Transporte ungeeignet. Umgekehrt zahlen manche Kunden zu viel für Eigenschaften, die sie gar nicht benötigen, wenn der Container nur am Standort stehen soll.
So vermeiden Sie das: Sagen Sie uns vor der Zahlung, wofür der Container gedacht ist: für Lagerung / Lager; für Umbau; für Transport.
Wir wählen passend zur Aufgabe die richtige Zustandsklasse (IICL / Cargo Worthy / As-Is) und erklären in einfachen Worten, was das für Sie konkret bedeutet: Boden, Türen, Korrosion, Dichtheit und mögliche Arbeiten. Wenn der Container für den Transport geplant ist, gehen wir sofort zu den Prüfungen aus Punkt 5 (CSC) über.
2) Falscher Containertyp für die Aufgabe gewählt
Zur Orientierung:
Spezialcontainer:
- Double Door Container – Zugriff von beiden Stirnseiten (praktisch für Langgut/Stapler).
- Open Side Container – kompletter seitlicher Zugang (spezielle Beladung, Ausgabe/Vitrine, „Schrank“-Lager).
- Open Top Container – Beladung von oben (Kran) oder Überhöhe.
- Hard Top Container – ähnlich Open Top, aber mit harter Dachsektion (mehr Schutz/Robustheit).
- Flat Rack – für Übermaß-/Sperrgut, das nicht in einen Standardkörper passt.
- Pallet Wide – optimierte Innenbreite für Paletten (Logistik/Lager).
- Tank Container – für Flüssigkeiten.
- Wechselbrücken – für spezifische Lkw-/Terminal-Szenarien, nicht mit Seecontainern verwechseln.
Kühlcontainer:
- Isoliercontainer – Isolierung ohne aktive Kühlung.
- Kühlcontainer (Reefer) – aktive Kühlung; sofort klären: Temperaturbereich, Stromversorgung/Anschluss, Aufstellort.
So vermeiden Sie das: Nennen Sie uns drei Dinge: Was lagern/transportieren Sie? Wie muss der Zugriff sein (Seite/Stirn/oben)? Wo steht der Container? Wir wählen den Typ so, dass Sie nicht für „das Falsche“ bezahlen.
3) Neu vs. gebraucht: Gebraucht ist nicht immer günstiger – die „Ersparnis“ verschwindet im Nachrüsten
Ein gebrauchter Container kann sinnvoll sein – aber hier verlieren viele Kunden Geld an Kleinigkeiten, die sich summieren.
Wo die Ersparnis oft verschwindet:
Boden: Verschleiß, Flecken, lokale Reparaturen, Abdeckung/Erneuerung je nach Nutzung
Türen & Dichtungen: damit sauber geschlossen wird und nichts eindringt
Korrosion: manchmal kosmetisch, manchmal Reparatur an tragenden Bereichen
Optik: wenn der Container Ihr Business repräsentiert (Kiosk/Pavillon), werden Vorbereitung & Lackierung oft unterschätzt
Reefer: Zustand des Aggregats, Elektrik, reale Anschlussbedingungen vor Ort
So vermeiden Sie das: Statt „Was ist billiger?“ sagen Sie uns direkt, was Sie am Ende bekommen möchten. So vermeiden Sie „günstig gekauft – teuer fertig gemacht“.
4) Verwechslung der Zustandsklassen – und nicht sauber festgehalten, was genau gekauft wird
Die Zustandsklasse ist keine „Marketing-Floskel“, sondern eine klare Vereinbarung über den erwarteten Zustand. Deshalb muss in Angebot/Rechnung eindeutig stehen: IICL / Cargo Worthy / As-Is – ohne schwammige Formulierungen.
So vermeiden Sie das:
- Lassen Sie die Zustandsklasse im Angebot/in der Rechnung explizit aufführen.
- Lassen Sie kurz erklären, was diese Klasse in Ihrem Fall umfasst: Dichtheit, Boden, Türen, Korrosion, mögliche Patches/Reparaturen.
- Definieren Sie klare Grenzen: Was ist ok (Kratzer/Dellen) – und was nicht (Löcher, Undichtigkeiten, problematische Türen, kritische Rahmenkorrosion).
5) Formale Kriterien (CSC etc.) – nur wenn der Container transportiert werden soll
Wenn der Container nur stationär bei Ihnen steht (Lager oder Umbau), müssen Sie sich in der Regel nicht tief mit „Transport-Formalien“ beschäftigen.
Wenn Sie den Container jedoch mit Ladung transportieren (zwischen Städten/Ländern, über Hafen/Terminal, als SOC), ist eine Sache entscheidend: die CSC-Plakette.
CSC-Plakette – eine Metallplakette (meist an den Türen), die bestätigt, dass der Container für internationalen Transport zugelassen ist und grundlegende technische Daten/Belastungswerte ausweist.
Warum das Geld spart: Fehlt die Plakette oder gibt es Probleme damit, kann es in der Transportkette zu Ablehnung/Verzögerungen und Zusatzkosten kommen – oft erst nach dem Kauf.
So vermeiden Sie das: Wenn der Container für Transport gedacht ist, klären Sie das vor dem Kauf – dann können die nötigen Nachweise/Checklisten gezielt angefordert werden.

6) Lieferung und Entladung nicht sauber geplant
Dieser Punkt ist wichtig: Der häufigste Grund für Zusatzkosten ist eine fehlende oder schwierige Zufahrt. Der Container kann perfekt sein – wenn der Lkw nicht hin kann oder die Entladung nicht sicher möglich ist, entstehen Kosten durch Standzeit, zweite Anfahrt oder zusätzliche Technik.
So vermeiden Sie das:
Zufahrt prüfen: Breite, Kurven, Tore, Untergrund
Technik klären: Kran / Ladekran / Stapler
Untergrund vorbereiten: Platten / Auflager / Ausgleich (sonst können Türen „ziehen“)
Aufstellpunkt fixieren (damit kein Umsetzen auf Ihre Kosten nötig wird)
7) Keine ordentliche Besichtigung gemacht
Entscheidungen „nach zwei Seitenfotos“ sind fast immer riskant. Ein Mindest-Check umfasst vier Risikozonen:
Dach & obere Nähte: Patches, Risse, Spuren von Leckagen
Boden: Durchbiegungen, Risse, Flecken/Gerüche
Türen: Geometrie, Dichtungen, Schließverhalten
Rahmen/Unterseite: Korrosion an tragenden Bereichen, Verformungen
Praxis-Hinweis für Büro-/Sanitärcontainer und Umbauprojekte
Bei Büro- und Sanitärcontainern sowie Umbauprojekten fließt das Geld oft nicht beim Container selbst ab, sondern bei Vorbereitung und Technik: Elektrik, Wasser/Abwasser, Lüftung, Dämmung sowie Anforderungen an den Aufstellort. Deshalb ist es entscheidend, das Ergebnis vorab zu planen – statt „vor Ort nachzubessern“.
Wir achten hier besonders auf Details, weil scheinbar kleine Punkte (Standort, vorhandene Anschlüsse, Nutzungsprofil) Budget und Zeitplan bestimmen. Wenn Sie kurz sagen, was Sie erreichen möchten (Kiosk, Büro, Werkstatt, Sanitär), empfehlen wir Typ und Ausstattung. Auf Wunsch modifizieren wir den Container passend (z. B. Ausschnitte, Türen/Fenster, Lüftung, Vorbereitung für Elektrik) – das spart Zeit und Kosten, wenn alles aus einer Hand kommt.
Zusammengefasst verlieren Sie in den meisten Fällen nicht am Containerpreis, sondern durch falsche Auswahl und ausgelassene Prüfungen: Zustandsklasse, CSC (wenn Transport geplant ist), Besichtigung, Logistik. Wenn Sie diese Punkte vor der Zahlung abarbeiten, wird der Kauf planbar: Sie wissen, was Sie bekommen, was es real kostet und welche Arbeiten nötig sein können. Gehen Sie die Checkliste dieser Seite konsequent durch – dann bleibt Ihr Budget unter Kontrolle, ohne „Überraschungen“ nach dem Kauf.
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