Im Frühjahr steigt die Zahl der Fälle deutlich, in denen Containerbesitzer Feuchtigkeit im Inneren feststellen: Nässe, Wassertropfen, beschädigte Verpackungen oder sogar Schimmel. Unter den klimatischen Bedingungen Deutschlands ist dieses Problem besonders in der Übergangszeit relevant. In Küstenstädten wie Hamburg, Kiel, Bremen oder Lübeck ist das Risiko aufgrund höherer Luftfeuchtigkeit und häufiger Temperaturschwankungen zusätzlich erhöht.
All dies ist die Folge eines physikalischen Prozesses, der vorhersehbar und kontrollierbar ist.
In diesem Artikel erfahren Sie:
- warum Kondenswasser in See- und Lagercontainern entsteht;
- warum das Risiko im Frühjahr – insbesondere in Küstenregionen Deutschlands – besonders hoch ist;
- wie sich Kondenswasser im Container in der Praxis vermeiden lässt;
- in welchen Fällen ein anderer Containertyp sinnvoll ist.
Was ist Kondensation – und warum spricht man von „Container-Regen“?
Kondensation ist ein physikalisches Phänomen, bei dem sich in der Luft enthaltene Wasserdampfmoleküle beim Kontakt mit einer kalten Oberfläche in Wassertröpfchen verwandeln.
Bei See- oder Lagercontainern betrifft dies vor allem die inneren Metallflächen – insbesondere das Dach und die oberen Bereiche der Seitenwände. Diese kühlen nach Sonnenuntergang oder bei einem plötzlichen Temperaturabfall besonders schnell ab.
Trifft warme, feuchte Luft im Container auf das abgekühlte Metall, setzt sich Feuchtigkeit in Form von Tropfen ab. Sammeln sich genügend Tropfen, beginnen sie herabzufallen – daher der Begriff „container rain“ (Container-Regen).
Warum ist das Risiko im Frühjahr am höchsten (insbesondere in Hamburg)?
Im Frühjahr zeigt sich in ganz Deutschland – besonders jedoch in Hamburg – eine Kombination aus drei Faktoren:
- erhöhte Luftfeuchtigkeit,
- häufige Niederschläge,
- starke Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht.
Diese Konstellation schafft ideale Bedingungen für die Bildung von Kondenswasser im Container.
Ein typisches Szenario:
- tagsüber steigt die Temperatur auf +15 bis +20 °C → die Luft nimmt viel Feuchtigkeit auf;
- nachts fällt die Temperatur rasch auf +4 bis +8 °C → das Containerdach kühlt schnell ab;
- die durchschnittliche relative Luftfeuchtigkeit liegt im Frühjahr in Hamburg häufig über 70 %;
- Boden und Umgebungsluft sind nach dem Winter stark mit Feuchtigkeit gesättigt;
- Regen und Nebel treten regelmäßig auf;
- die Feuchtigkeit schlägt sich an den Innenflächen des Containers nieder.

Konkrete Folgen von Kondenswasser
Kondenswasser im Container kann führen zu:
- Durchweichen und Stabilitätsverlust von Kartonverpackungen;
- Verformung oder Aufquellen von Holzelementen;
- beschleunigter Korrosion von Werkzeugen und Metallteilen;
- Schimmelbildung auf Textilien oder Möbeln;
- anhaltendem Feuchtigkeitsgeruch;
- Qualitätsverlust der gelagerten Waren.
Bereits wenige Zyklen von „Erwärmung – Abkühlung“ können erhebliche Schäden verursachen.
Hauptursachen für Kondenswasserbildung
1. Feuchte Ladung oder Verpackung
Werden nasse Paletten, Baustoffe nach Regen oder Waren mit erhöhter Eigenfeuchte verladen, bleibt diese Feuchtigkeit im Container. Sie geht schrittweise in die Innenluft über und erhöht die Gesamtluftfeuchtigkeit.
2. Fehlende oder unzureichende Belüftung
Standard-Seecontainer verfügen nur über minimale Lüftungsöffnungen. Diese gewährleisten einen grundlegenden Luftaustausch, sind jedoch nicht für aktive Entfeuchtung ausgelegt. Ohne ausreichende Luftzirkulation sammelt sich Feuchtigkeit an.
3. Starke Temperaturschwankungen
Metallwände reagieren sehr schnell auf Temperaturänderungen. Dadurch wird der Taupunkt erreicht – jener Moment, in dem Wasserdampf in flüssige Form übergeht.
4. Sofortiges Verschließen nach dem Beladen
Wird ein Container unmittelbar nach dem Einbringen warmer oder feuchter Ware dicht verschlossen, verstärkt der Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenbereich die Kondensationsbildung zusätzlich.
Wie lässt sich Kondenswasser vermeiden? Internationale Standards
Bei der Suche nach „Kondenswasser im Container vermeiden“ sollten technische Richtlinien maßgeblich sein – nicht Forenmeinungen.
CTU Code (IMO / ILO / UNECE)
Der internationale Code für das Packen von Beförderungseinheiten empfiehlt ausdrücklich:
- keine feuchte Ladung oder Verpackung verladen;
- Abstand zwischen Ladung und Wänden zur Luftzirkulation einhalten;
- bei längerer Lagerung Trocknungsmittel einsetzen;
- Feuchtegehalt hygroskopischer Materialien (Holz, Papier, Textilien) kontrollieren.
Grundprinzip: Die Feuchtigkeitsmenge im Container bereits beim Beladen minimieren.
DIN 4108 (Deutschland)
Die Norm zum Wärme- und Feuchteschutz fordert:
- Vermeidung von Kondensatbildung an Innenflächen;
- Einsatz von Wärmedämmung zur Reduzierung von Temperaturunterschieden;
- Verwendung von Dampfsperren bei beheizten Räumen.
Für Container bedeutet dies: Werden sie als Lager- oder Arbeitsräume genutzt, reduziert eine Dämmung das Feuchterisiko erheblich.
Empfehlungen von Containerherstellern
- Lüftungsöffnungen nicht verschließen;
- bei stationärer Nutzung zusätzliche Lüftungsgitter installieren;
- Feuchtigkeitsabsorber einsetzen;
- für empfindliche Güter isolierte oder Kühlcontainer verwenden.
Im Kern geht es stets um zwei Aspekte: Kontrolle von Feuchtigkeit und Kontrolle von Temperatur.
Praktische Maßnahmen zur Vermeidung von Kondenswasser
Um Kondenswasser im Container wirksam zu vermeiden:
- ausschließlich trockene Waren und Verpackungen verladen;
- keinen direkten Kontakt zwischen Ladung und Containerwänden zulassen;
- Paletten verwenden, um Luftzirkulation unter der Ware zu ermöglichen;
- Temperaturausgleich vor vollständigem Verschließen abwarten;
- bei trockener Witterung regelmäßig lüften;
- Luftentfeuchter oder Feuchtigkeitsabsorber einsetzen;
- Innenflächen regelmäßig kontrollieren;
- bei wiederkehrenden Problemen Dämmung oder anderen Containertyp prüfen.

Sollte der Containertyp gewechselt werden?
Wenn Feuchtigkeitsprobleme wiederholt auftreten oder besonders sensible Waren gelagert werden, kann ein Standardcontainer unzureichend sein.
Isolierter Container
Ein isolierter Container verfügt über wärmedämmende Paneele in Wänden und Dach. Dadurch werden starke Temperaturschwankungen im Inneren reduziert. Metallflächen kühlen nachts weniger schnell ab – der Taupunkt wird seltener erreicht.
Sinnvoll bei:
- feuchtigkeitsempfindlichen Gütern (Möbel, Papier, Textilien, Werkzeuge);
- ganzjähriger Lagernutzung;
- Bedarf an stabilerem Mikroklima ohne aktive Kühlung.
Hauptvorteil: Reduziertes Kondensationsrisiko durch Temperaturstabilisierung.
Kühlcontainer
Ein Kühlcontainer verfügt über ein integriertes Aggregat zur aktiven Temperaturregelung – unabhängig von äußeren Wetterbedingungen. Temperatur und Feuchtigkeit werden kontrolliert, statt von Tag-Nacht-Schwankungen beeinflusst zu werden.
Vorteil:
- konstante Temperatur verhindert starke Erwärmungs- und Abkühlungszyklen;
- geringeres Risiko der Taupunktunterschreitung;
- minimale Kondenswasserbildung auch bei schwierigen klimatischen Bedingungen.
Sinnvoll bei:
- temperaturgeführten Waren (Lebensmittel, Pharma, Chemie);
- Produkten ohne Toleranz gegenüber Feuchtigkeitsschwankungen;
- temporären Lagerlösungen mit kontrolliertem Klima.
Container-Modifikation mit Lüftung oder Dämmung
Eine technische Anpassung eines Standardcontainers kann Feuchtigkeitsprobleme reduzieren, ohne den Containertyp vollständig zu wechseln.
1. Zusätzliche Belüftung
- kontinuierlicher Luftaustausch;
- Senkung der relativen Luftfeuchtigkeit;
- Vermeidung von „Container-Regen“.
2. Zusätzliche Dämmung
- geringerer Temperaturunterschied zwischen Luft und Metallflächen;
- reduzierte Taupunktunterschreitung;
- geeignet für langfristige Nutzung im Außenbereich.
Hauptvorteil: Anpassung an konkrete Einsatzbedingungen ohne Investition in einen Kühlcontainer.
Fazit
Kondensation im Container ist ein vorhersehbares physikalisches Phänomen, das durch Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen entsteht – typische Merkmale des deutschen Klimas, insbesondere in Küstenregionen wie Hamburg.
Bei sachgerechter Beladung, Kontrolle der Feuchtigkeit und gegebenenfalls technischer Anpassung lässt sich das Problem jedoch zuverlässig beherrschen – und die Ware langfristig schützen.
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